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| Bernd Ebner, stv. Obermeister der Innung Regen, Obermeister Karl Mayer (Innung Grafenau), Obermeister Helmut Königsbauer (Innung Passau) und Rolf Anger (von links). Foto: Schuller |
Wie Rolf Anger erläuterte, setze sich der Fleischerverband Bayern dafür ein, dass weiterhin alle Metzger südlich des sogenannten Weißwurstäquators, also in Ober- und Niederbayern, der Oberpfalz und Teilen von Schwaben Münchner Weißwurst ohne Einschränkungen herstellen und verkaufen können. Der Verband hat deshalb beim Deutschen Patentamt für dieses Gebiet den Schutz für Münchner Weisswurst, gemäß europäischem Warenrecht, beantragt. (Wir berichteten bereits).
Erst danach habe eine Interessengruppe von Wirten und Großmetzgereien aus München ebenfalls den Schutz für die Münchner Weißwurst beantragt, jedoch auf das Stadtgebiet München beschränkt. Ihr geht es dabei ausschließlich darum, mit dem Exclusivrecht ihre Marktanteile zu erhöhen und das Metzgerhandwerk im traditionellen Verzehr und Herstellungsgebiet der Münchner Weißwurst von ihrer Produktion auszuschließen. Die Münchner Interessengruppe habe ihre Aktion in der Presse als Rettungsaktion für die Münchner Weißwurst aufgeschäumt, um ihre ausschließlich eigenen Interessen als Vorteil für die Verbraucher darzustellen.
Die Leitsätze unterscheiden zwischen Münchner Weißwurst aus sehnenarmem Schweinefleisch und mindestens 51 Prozent Kalbfleischanteil; Weißwurst, die ohne Kalbfleisch hergestellt werden kann und Weißwurst einfach, der bis zu 15 Prozent Bindegewebe zugesetzt werden darf. Wie Anger sagte, werde die Weißwurst einfach, in Bayern auch als Stockwurst bezeichnet, fast nicht mehr angeboten. Die nur aus sehnenreichem Schweinefleisch hergestellte Weißwurst hingegegen, sei außerhalb des Metzgerhandwerks, also der den Lebensmittel-Einzelhandel beliefernden Fleischindustrie ein weit verbreitetes Produkt.
Von dem zwischen den Parteien anstehenden Streit um den Schutz der Münchner Weißwurst seien die Metzger vorerst überhaupt nicht berührt, betonte Anger. Er stellte fest: Kein Metzger müsse sein Produkt künftig als nach Art der Münchner Weißwurst bezeichnen, denn Münchner Weißwurst sei eine Gattungsbezeichnung, die allen offen stehe, wenn sie nach dem in den Leitsätzen festgelegten Rezept hergestellt werde.